Projekt "Eusi Chile"
Sprechen die Angebote der Kirchgemeinde Bubikon alle Generationen an? Oder muss ein neues Generationsnetzwerk geknüpft werden?

Die Kirchenpflege hat im Januar 2009 grünes Licht gegeben für ein Projekt "Eusi Chile" (früherer Arbeitstitel: “kirche für jung und alt“). In Zusammenarbeit mit der landeskirchlichen Fachstelle Familie soll auch unsere Kirchgemeinde auf Familien- und Generationentauglichkeit hin überprüft und allenfalls angepasst werden.

Eine Kerngruppe bearbeitet das Projekt mit grossem Elan: Martina Bruder (Jugendarbeiterin), Markus Feldmann, Heinrich Hohl, Esther Luchsinger (Katechetin), Thomas Muggli-Stokholm / Matthias Herren (Pfarrer), Rebekka Russenberger, Werner Schmid, Barbara Steiner (Kirchenpflegerin), Daniel Tanner, Jürg von Ah. Erster wichtiger Schritt war der Startanlass vom 31. Mai 2009:
Mit einem Gemeindegottesdienst, einem gemeinsamen einfachen Mittagessen und einer „Zukunftswerkstatt“ wurde am Pfingstsonntag das von einer Kerngruppe vorbereitete Projekt "eusi chile" gestartet.
Ein Kinderprogramm umrahmte den Anlass und unterstrich dessen Bedeutung: Bubikon will eine Generationenkirche für jung und alt. (ti)
Grosse Beteiligung der Gemeinde an der Zukunftswerkstatt (Bild: Thomas Illi)
Und das sind die Zukunftswünsche der Gemeinde:
Die Zunkunfstwerkstatt «eusi chile» im Anschluss an den Pfingstgottesdienst war für alle Beteiligten ein eindrücklicher Anlass. Auf hunderten von Kärtlein schrieben die Teilnehmenden auf, was sie
an der Kirchgemeinde Bubikon positiv oder negativ erleben und welche Wünsche und Träume sie für die Zukunft haben.
Alle rund 120 Kärtlein mit Wünschen und Träumen für die Kirchgemeinde Bubikon sind nun hier zusammengestellt und acht verschiedenen Themen zugeordnet. In den nächsten Monaten wird die Kerngruppe des
Projekts «eusi chile» alle Kärtlein auswerten und das weitere Vorgehen festlegen. (Erfassung und Zusammenstellung: Susi Hugentobler, Cornelia Lampert, Matthias Herren)
Kirche, die familien- und kinderfreundlich ist
Dass sich die Kirchgemeinde so entwickelt, dass sich noch vermehrt junge Leute und Familien bei uns einfinden.
Gefäss für ganze Familien schaffen (Kinder jeden Alters)…
Räume, Ausstattung (z.B. Töggelikasten,…), ca. 1-2mal im Monat
Idee: Familie geht zusammen von zu Hause weg. Eltern / Jugendliche / Kinder
erleben einen jeweils anderen GD-Teil (GD, Jugi, Sonntagschule), essen zusammen, kehren zusammen nach Hause zurück.
Familienfreundlich = ohne dass sich Köpfe nach hinten drehen müssen wenn ein Kind etwas unruhig ist.
Mittagessen nach Familiengottesdienst beibehalten.
Auch in Bubikon Predigten durchführen, bei welchen die Kinder auch dabei sein können. Im Gebäude der Kirche, dort gefällt mir die Atmosphäre
Ich wünsche mir, dass es selbstverständlicher wird, wenn Kinder im normalen Gottesdienst sind
Das Kinder erwünscht sind
Kirchliche Anlässe sollten für Kinder und Erwachsene zum fröhlichen, positiven Erlebnis werden.
Kinder-Jugendtage in den Ferien beibehalten
Familiengottesdienste dürfen nicht zu lange dauern (max. 65 Min.)
Bessere / professionellere Gestaltung der Kindergottesdienste
Sonntagschule beibehalten
Sonntagschule, wichtiger Pfeiler für Kirchenerlebnisse
Der Sonntagschule Sorge tragen!
Jüngere Menschen zur Mithilfe in der Sonntagschule
Familien willkommen auch kleine Kinder
Elternweiterbildung: wie vermittle ich die Religion meinen kleinen Kindern?
Dass es spezielle Sonntage gibt mit Kindern, da man abgelenkt wird
Kirche, die Mitwirkung ermöglicht und fördert
Eine Gruppe bilden, die sich von Zeit zu Zeit mit gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und Umwelt-Themen befasst und den Meinungsaustausch sowie ein besseres Kennenlernen fördert.
Wünsche mehr Übernahme von Eigenverantwortung, aktive Mitarbeit je nach Begabung, weg vom „Konsumationsdenken“ hin zur Mitbeteiligung.
Ich wünsche mir neue „Mitarbeiter“ am Gebetsabend (1mal pro Monat)
Das meine Resourcen erkannt werden und ich mich einbringen kann
Menschen einbinden können, die mit der Kirche nichts „am Hut“ haben.
Bessere Integration, mitwirken vom Cevi, und jungen Erwachsenen.
Breiter abgestützte Meinungsbildung, z.B. durch einen Kirchgemeindeverein, eine Trägergruppe, mit Vertretern aus jedem Dorfteil, aus jeder Altersgruppe
Versuchen, Leute „ausserhalb“ der Kirche für eine konkrete Aufgabe in der KG zu gewinnen.
Kirche, die aktiv ist
Noch wesentlich mehr gemeinsame Aktivitäten, Reisen, gerade auch Reisen, Weekends für Jugendliche wie einst im Rahmen der Jungen Kirche erlebt.
Es ist schwierig, alle Altersstufen zusammen zu bringen. Vielleicht Altersgruppen und diese in gewissen Abständen als fröhliches Familienfest zusammen bringen, spielen, wandern, etc.
Spontane Angebote für z.B. Sonntagnachmittag (spazieren, wandern, guter Film bei Regenwetter)
Gruppe für Gewaltfreie Kommunikation
Kulturelle, spirituell und intellektuell ansprechende Veranstaltungen (im und ausserhalb Gottesdienst)
Kirche dekorieren mit Bilder
Aktuelle Themen / Probleme der Gesellschaft behandeln (Kapitalismus – Krise, Arm / Reich, Zuwanderung, etc.) (+ Engagement erzeugen)
Kirche, die verbindet
Ansprechen aller Altersstufen
Spontane Begegnungen
Weniger versteckte Spaltung zwischen Offenheit, Differenziertheit im Glauben und vereinfachendem Fundamentalismus. Interaktivität – als werdende Brücke
Offen für jedermann, ehrlich zeitgemäss
Ich wünsche mir, dass auch Nicht-Kirchgänger auch einmal etwas Positives an der Kirche (Kirchgemeinde) grundsätzlich abgewinnen könnten!
Grössere Toleranz für alle Generationen
Offen für Gemeinschaft, Zusammengehörigkeit zwischen Jung und Alt
Weiterhin offen für alle Menschen
Miteinander, Fröhlichkeit
Eine Kirche für alle
Gemeinschaftsgefühl fördern
Mehr Interaktivität insbesondere, wo es um verunsichernde „Differenzen“ geht zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erkenntnis im Sinne unseres christlichen Glaubens.
Ökumene öffnen für z.B. für Mystik, könnte unsere oft stagnierten theologischen Sätze lebendig ins Leben einfliessen lassen. Offener Austausch im Kreis. Spiritualität als Buhmann in der Kirche!
Nein!
Schön wäre es, wenn es kein „Ausserhalb“ der Kirchgemeinde gäbe.
Botschaft soll alle Menschen ansprechen
Akzeptanz zwischen Jung und Alt
Jung und Alt sollen sich in unserer Kirche wohlfühlen
Kirche“ ohne Schwellenängste
Ein fröhliches Miteinander
Trinität und Evangelium, kein Ghetto
Kirche, die attraktive Gottesdienste feiert
In der Zeitung die Angaben des Bibeltextes zur Predigt (zum Voraus lesen)
Lobpreisgottesdienste oder Singgottesdienste
Ab und zu dialektischer GD
Spannende, tiefgründige Rituale / Liturgie
Keine abgedroschenen Abläufe (z.B bei Fürbitten)
Bei jedem Gottesdienst durchmischtes Liederrepertoire (Ohrwürmer) mit den Liedern lebt der Gottesdienst
Regelmässige Abendgottesdienste ab 19.00 Uhr
Predigttexte, die man zum Vertiefen nach dem GD schriftlich mit nach Hause nehmen kann
1mal monatlich 2 Gottesdienste am Sonntag (Morgen GD = für die ganze Familie, Abend GD = für Menschen, die eine Kurzpredigt in ruhiger Athmosphäre geniessen möchten)
Lobpreis-Gottesdienste im Stil Chileband ausbauen
Mehr Taizé-Gottesdienste (4mal jährlich)
Die Gottesdienstzeit auf 09.45 Uhr legen, damit die Wolfhauser gute Busverbindungen haben
Predigten mit Themen und Antworten zu: Lebensnähe, Lebenspraxis, Glaubenspraxis, Lebensthemen, Glaubensschule
Kirche, die für Junge da ist
Gottesdienste die Junge ansprechen ev. am Samstagabend
Das etwas wachsen kann, dass die Jungen (16-30jährige) wieder dazu finden und möchten. Sie einbinden.
- Mehr Anlässe für Junge
Spezial Gottesdienste für Junge (ev. zusammen mit Dürnten / Rüti)
Bei Familiengottesdiensten auch Jugendliche (KonfirmandInnen) ins Vorbereitungsteam miteinbeziehen
Volle Aufmerksamkeit der Jugendarbeit auch im Zusammengehen mit der politischen Gemeinde widmen!
Junge Menschen im Gottesdienst. Wie gewinnen wir sie nach der Konfirmation für diesen Weg?
Kirche, die musiziert
Konzerte: Richtung Volksmusik z.B. Jodlermesse
Kirchenchor
- Ein fätziger Chinder-Jugend-Chor
Kirchenmusik, alte Musik, fetzige Musik zum Mitmachen
Gospelmusik und die Art von Gospel
Gospelmusik („peppig“ nicht langweilig), die Art vom Singen
Kirche, die offen ist für weitere Wünsche und Träume
Offene Ohren für Meinungen in der kirchlichen Gemeinschaft, welche nicht immer angenehm oder bequem sind.
Ich wünsche mir, dass die Kirche, kirchliche Anlässe Treffpunkt ist (sind).
Sie soll keinen Ausverkauf der tiefen menschlichen Werte betreiben (Marketing!). Sich gegenüber, auch in Schattenseiten ehrlich sein und bewusst werden. Körperfeindlichkeit! Missionieren ist nicht
mehr die Sache der Kirche, aber soziale Hilfe.
Wünsche, dass Thomas Muggli nach dem Urlaub zurückkommt.
Gemeindemitglieder die Freude an der Gemeinschaft haben. (Angebote, Feedback, Diskussionen, Feiern mit Gott)
Vision, Kirchenchor, viele Hauskreise, genug Sonntagschulhelferinnen, motivierte Jungscharleiter
Die stille Arbeit von Mitgliedern, welche nicht im Rampenlicht stehen möchten, soll auch als Beitrag zum kirchlichen Leben gelten.
Glaubwürdig sein
Beim Gemeinschaftsgrab die Namen der Verstorbenen anbringen. Ideen sind gefragt.
Ein offenes Herz für alle Menschen in aller Welt, die suchend auf dem Weg sind
- Sich fragen: Was bewegt die Menschen und was brauchen sie?
Eine Kirchgemeinde soll gut sein
Eine Kirchgemeinde soll blühen wie eine Rose
Die Kirchgemeinde soll aufrechterhalten bleiben.
Eine Kirchgemeinde soll gut aussehen
Dass sich viele geliebt wissen von Jesus Christus
Dass wir Hilfen bekommen, um im Glauben zu wachsen und in Beziehung zu leben
Die Kirche soll in Liebe miteinander umgehen
Vergebensbereitschaft sollte wachsen
Dass immer mehr wichtig wird, was der dreieinige Gott von uns will, und nicht alle unsere Wünsche abgedeckt werden sollten, die nicht immer Gutes bringen
Farbige Kirche: Teilnehmer, Gebäude / Fenster, Musik, Meinungen
Kirche muss bewusst wahrgenommen werden psychisch wie physisch. Animationen um die Bevölkerung aufzurütteln, aus ihrem „Bequemschuh“ heraus zu ziehen.
Bibeltreue Linie, Weltoffenheit, „Wischiwaschi“ könnte kaum unter Gottes Segen stehen
"Eusi Chile": Vielfalt ist erwünscht
Umfrage vom Herbst 2009 zeigt keine eindeutigen Trends
Die Bubiker und Wolfhauserinnen mögen es am liebsten vielfältig. Dies ist das Resultat der Umfrage des Gemeindeentwicklungsprojektes «Eusi Chile», bei der 72 Personen einen dreiseitigen
Fragebogen ausgefüllt haben.
Auf grossen Zuspruch stossen Anlässe, bei denen man unterschiedlichen Leuten begegnet (49 Personen). Genauso populär sind Lebens- und Gesellschaftsfragen. Einem Bedürfnis (38 Personen) entspricht
auch die Auseinandersetzung mit biblischen Themen. Ob man sich aktiv beteiligen oder einfach konsumieren kann, spielt hingegen weniger eine Rolle (28 bzw. 33 Personen).
Auch bei den Gottesdiensten ist Vielfalt gewünscht. Den Wunsch nach einer «gehaltvollen Predigt» bringen 54 Personen zum Ausdruck. Geschätzt werden Gottesdienste, die von einem Team gestaltet
werden (44 Personen). Familiengottesdienste (33 Personen) und Gottesdienste, die sich an Erwachsene richten (35 Personen) halten sich in etwa die Waage. Vielfalt ist bei der Musik angesagt. 56
Personen mögen Gottesdienste mit moderner und traditioneller Kirchenmusik. Auf rein traditionelle Musik stehen 28, nur moderne Musik möchten 38 Personen. Dass die Bubiker gerne singen, steht aber
fest: 41 Personen wünschen sich Gottesdienste mit vielen Liedern, insbesondere auch Lobpreislieder.
Mit dem Raumangebot der Kirchgemeinde sind nur 19 Personen zufrieden. 40 wünschen kirchliche Räumlichkeiten im Ortsteil Bubikon, 14 sind dagegen. Dass es in Bubikon kirchliche Räume braucht, war
auch eines der Resultate einer Befragung von «Experten» aus dem Dorf, darunter der Gemeindepräsident, ein Schulleiter, ein Vereinspräsident, Spitexschwester usw. Diese Experten regten zudem auch
tiefschwellige Anlässe an, bei denen die vielen Neuzugezogenen ins Dorf integriert werden können. Ein wichtiges Resultat der Expertenbefragung war auch, dass es nicht noch mehr Anlässe in Bubikon
brauche. Vielmehr soll Bestehendes verändert und verbessert werden.
Die Resultate der Umfrage und der Expertenbefragung werden in einem so genannten Boxenstopp im Februar oder März vom grossen Projektteam «Eusi Chile» ausgewertet und die Stossrichtung der
Massnahmen festgelegt. Neue Personen, die zu diesem Team dazustossen möchten, sind herzlich willkommen und sollen sich bei Pfr. Thomas Muggli melden (Tel. 055 243 12 25, thomas.muggli@zh.ref.ch).
Die vollständigen Umfrageresultate können auf www.refkirchebubikon.org heruntergeladen werden.
Matthias Herren
Kirchgemeinde Bubikon

